Marktzugangsmöglichkeiten für Agrarprodukte im Rahmen von EUMETA – Eine brasilianische Perspektive

In einer Zeit, in der Multilateralismus und die internationale Zusammenarbeit vor großen Herausforderungen stehen, stellt der jüngste Abschluss des EU-Mercosur-Abkommens einen wichtigen Schritt in die entgegengesetzte Richtung dar. Nach Jahrzehnten der Verhandlungen ist damit das größte interregionale Abkommen der Welt entstanden, das mehr als 700 Millionen Menschen umfasst. Für den Mercosur, der lange Zeit außerhalb zentraler globaler Wertschöpfungsketten stand, bedeutet die Unterzeichnung eine Chance für eine vertiefte wirtschaftliche und handelspolitische Integration.
Die Landwirtschaft steht im Mittelpunkt des Abkommens. Europa hat in diesem Sektor traditionell einen stark geschützten Markt aufrechterhalten, der zugleich von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung für die Agrarexporteure des Mercosur ist. Das Abkommen begegnet dieser Situation durch einen verbesserten Marktzugang, auch wenn Produkte von großer strategischer Bedeutung für die Mercosur-Staaten weiterhin Zollkontingenten und Schutzmaßnahmen unterliegen. Dennoch besteht ein präferenzieller Marktzugang auf der Grundlage von Nachhaltigkeitsmerkmalen bestimmter Produkte, wodurch sich potenziell neue Chancen für ausgewählte landwirtschaftliche Teilsektoren eröffnen.
Dieses Policy Paper untersucht die Auswirkungen des EU-Mercosur-Abkommens auf die Landwirtschaft aus brasilianischer Perspektive. Zunächst werden die im endgültigen Vertragstext vorgesehenen Möglichkeiten eines erweiterten Marktzugangs sowie die prognostizierten wirtschaftlichen Effekte für Brasilien analysiert. Im zweiten Teil wird der präferenzielle Marktzugang für nachhaltige Produkte behandelt, wobei insbesondere das Potenzial von Zuckerrohr-Ethanol und veredelter Kaffee betrachtet wird. Abschließend werden zentrale Aspekte vorgestellt, die die bestehenden Herausforderungen und Chancen zur Verbesserung des Agrarhandels zwischen den beiden Regionen bei der praktischen Umsetzung des Abkommens hervorheben.
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Brasilien hat seine Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert und sich dabei von einem Importeur von Lebensmitteln und Technologien zu einer der größten Agrarmächte der Welt entwickelt. Dieser Fortschritt wurde durch Investitionen in Wissenschaft und Innovation vorangetrieben, sowie durch das Streben nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft. In diesem Zusammenhang gewinnen Bioinputs zunehmend an Bedeutung als Alternativen zur Reduzierung des Einsatzes von chemischen Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln bei gleichzeitiger Ertragssteigerung. Produkte aus Mikroorganismen, Pflanzenextrakten und anderen natürlichen Substanzen werden als Bioinputs bezeichnet.
This publication, in English, is the result of a partnership between Brazil’s Ministry of Agriculture and Livestock (MAPA) and Germany’s Ministry of Agriculture, Food and Regional Identity (BMLEH), through the Brazil–Germany Agricultural Policy Dialogue (APD).


Die jüngsten Erfahrungen Brasiliens bei der Formulierung und Umsetzung politischer Maßnahmen, die auf Ernährungssouveränität und -sicherheit (SSAN¹
Dieser Artikel von Albano Araújo gibt einen Einblick in die wirtschaftlichen Aspekte der Agrarökologie in Brasilien, wie z. B. Märkte für Produkten aus der agrarökologischen und biologischen Erzeugung im Land, die finanzielle Tragfähigkeit der Produktion und die verfügbaren Finanzierungsquellen.
