Exportpanorama der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft – Handel mit Brasilien und das EU–MERCOSUR-Handelsabkommen

Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft zählt zu den leistungsstärksten Sektoren Europas und ist ein zentraler Akteur im globalen Handel mit veredelten Lebensmitteln, hochwertigen Zutaten sowie Verarbeitungs- und Landmaschinentechnik. Deutschland exportiert insbesondere Spezialprodukte, Landtechnik, Kühltechnik, Nahrungsmittel und Verpackungsmaschinen nach Südamerika, während Brasilien als Agrarmacht zu den wichtigsten Lieferanten von Rohkaffee, Sojaerzeugnissen und weiteren Agrarrohstoffen gehört.
Der bilaterale Handel ist damit komplementär strukturiert und von hoher strategischer Bedeutung. Der vorliegende Fachtext wirft einen datenbasierten Blick auf die Handelsströme und die bestehenden Marktpotenziale der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Mit der Unterzeichnung des EU–MERCOSUR-Abkommens im Januar 2026 eröffnen sich neue Perspektiven für einen erleichterten Marktzugang, modernisierte SPS-Verfahren (sanitäre und phytosanitäre Maßnahmen) sowie eine vertiefte Kooperation in den Bereichen Technologie, Nachhaltigkeit und Qualitätsstandards.
Diese Publikation bietet einen strukturierten Überblick über die Zusammensetzung des deutschen Agrarexports, analysiert das Handelsprofil im Verhältnis zu Brasilien und bewertet die zu erwartende Impulse des Abkommens für die künftige wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit beider Länder.
Autor


Brasilien hat seine Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert und sich dabei von einem Importeur von Lebensmitteln und Technologien zu einer der größten Agrarmächte der Welt entwickelt. Dieser Fortschritt wurde durch Investitionen in Wissenschaft und Innovation vorangetrieben, sowie durch das Streben nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft. In diesem Zusammenhang gewinnen Bioinputs zunehmend an Bedeutung als Alternativen zur Reduzierung des Einsatzes von chemischen Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln bei gleichzeitiger Ertragssteigerung. Produkte aus Mikroorganismen, Pflanzenextrakten und anderen natürlichen Substanzen werden als Bioinputs bezeichnet.
This publication, in English, is the result of a partnership between Brazil’s Ministry of Agriculture and Livestock (MAPA) and Germany’s Ministry of Agriculture, Food and Regional Identity (BMLEH), through the Brazil–Germany Agricultural Policy Dialogue (APD).


Die jüngsten Erfahrungen Brasiliens bei der Formulierung und Umsetzung politischer Maßnahmen, die auf Ernährungssouveränität und -sicherheit (SSAN¹
Dieser Artikel von Albano Araújo gibt einen Einblick in die wirtschaftlichen Aspekte der Agrarökologie in Brasilien, wie z. B. Märkte für Produkten aus der agrarökologischen und biologischen Erzeugung im Land, die finanzielle Tragfähigkeit der Produktion und die verfügbaren Finanzierungsquellen.

Weniger als sechs Monate bevor die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) in Kraft tritt, welche 2025 die Einfuhr von Agrarprodukten, die mit der Entwaldung in Zusammenhang stehen, verbietet, gibt es noch eine Reihe von Unsicherheiten.
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) zielt darauf ab, die nachteiligen Auswirkungen von EU-Importen auf die globalen Wälder, den Klimawandel und die biologische Vielfalt ab dem 31. Dezember 2024 zu verringern. Sie schreibt eine Sorgfaltsprüfung für Produkte vor, die waldgefährdete Rohstoffe wie Rindfleisch, Kakao, Kaffee, Ölpalmen, Kautschuk, Soja und Holz enthalten, um sicherzustellen, dass sie nicht von kürzlich abgeholzten Flächen stammen.