Bioinputs in der Landwirtschaft – Trends und Herausforderungen in Brasilien
Brasilien hat seine Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert und sich dabei von einem Importeur von Lebensmitteln und Technologien zu einer der größten Agrarmächte der Welt entwickelt. Dieser Fortschritt wurde durch Investitionen in Wissenschaft und Innovation vorangetrieben, sowie durch das Streben nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft. In diesem Zusammenhang gewinnen Bioinputs zunehmend an Bedeutung als Alternativen zur Reduzierung des Einsatzes von chemischen Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln bei gleichzeitiger Ertragssteigerung. Produkte aus Mikroorganismen, Pflanzenextrakten und anderen natürlichen Substanzen werden als Bioinputs bezeichnet.
Sowohl in der Herstellung als auch in der Anwendung dieser biologischen Mittel gilt Brasilien als Vorreiter. Bioinputs werden in zahlreichen Kulturen eingesetzt, darunter Soja, Mais, Zuckerrohr, Baumwolle, Kaffee, Obst und Gemüse. Der erfolgreiche Weg Brasiliens im Einsatz von Bioinputs begann in den 1970er Jahren mit Forschungsarbeiten über nützliche Mikroorganismen, die von Embrapa und anderen Institutionen durchgeführt wurden. Dabei wurden viele Mikroorganismen charakterisiert, darunter Arten der Gattungen Rhizobium, Azospirillum, Bacillus und Trichoderma, die die Nährstoffnutzung verbessern, die Produktion von Phytohormonen anregen und systemische Resistenz gegen Pflanzenkrankheiten induzieren können. Seitdem wurden zahlreiche biologische Produkte entwickelt, insbesondere Inokulanten auf Basis von stickstofffixierenden und phosphatlösenden Bakterien sowie Biofungizide und Bioinsektizide zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten.
Der Einsatz von Bioinputs trägt zur Bewältigung vieler landwirtschaftlicher Herausforderungen in Brasilien bei, wie der starken Abhängigkeit von importierten Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln, den hohen Produktionskosten, dem intensiven Einsatz von Agrochemikalien und den Umweltfolgen des Klimawandels. Mit einem spezifischen rechtlichen Rahmen, dem in 2024 verabschiedeten Gesetz über Bioinputs, sowie Förderpolitiken, festigt Brasilien seine Position als internationale Referenz in diesem Bereich. Das Land verbindet Innovation, Produktivität und Nachhaltigkeit mit dem Ziel einer nachhaltigen Landwirtschaft im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen.
Diese Veröffentlichung betont die Förderung von Forschung und Innovation in einem neuen Szenario für Bioinputs in Brasilien und hebt die führende Rolle von Embrapa und ihren Partnern bei der Entwicklung bahnbrechender Technologien hervor. Ein Erfolgsbeispiel dafür sind die ersten brasilianischen Inokulanten zur biologischen Phosphorlösung und neuen Biofungiziden zur Bekämpfung von Bodenkrankheiten. Darüber hinaus werden konzeptionelle Aspekte, Zulassungen, Entwicklungen und Markttrends von Bioinputs im Land sowie Herausforderungen des Sektors, einschließlich der On-Farm-Produktion biologischer Produkte, behandelt.
Autoren
Christiane Abreu de Oliveira-Paiva


This publication, in English, is the result of a partnership between Brazil’s Ministry of Agriculture and Livestock (MAPA) and Germany’s Ministry of Agriculture, Food and Regional Identity (BMLEH), through the Brazil–Germany Agricultural Policy Dialogue (APD).


Die jüngsten Erfahrungen Brasiliens bei der Formulierung und Umsetzung politischer Maßnahmen, die auf Ernährungssouveränität und -sicherheit (SSAN¹
Dieser Artikel von Albano Araújo gibt einen Einblick in die wirtschaftlichen Aspekte der Agrarökologie in Brasilien, wie z. B. Märkte für Produkten aus der agrarökologischen und biologischen Erzeugung im Land, die finanzielle Tragfähigkeit der Produktion und die verfügbaren Finanzierungsquellen.

Weniger als sechs Monate bevor die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) in Kraft tritt, welche 2025 die Einfuhr von Agrarprodukten, die mit der Entwaldung in Zusammenhang stehen, verbietet, gibt es noch eine Reihe von Unsicherheiten.
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) zielt darauf ab, die nachteiligen Auswirkungen von EU-Importen auf die globalen Wälder, den Klimawandel und die biologische Vielfalt ab dem 31. Dezember 2024 zu verringern. Sie schreibt eine Sorgfaltsprüfung für Produkte vor, die waldgefährdete Rohstoffe wie Rindfleisch, Kakao, Kaffee, Ölpalmen, Kautschuk, Soja und Holz enthalten, um sicherzustellen, dass sie nicht von kürzlich abgeholzten Flächen stammen.
Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung von Maßnahmen, die zur Verringerung und Beseitigung von Treibhausgasemissionen (Mitigation) und zur Anpassung an den Klimawandel führen, mit dem Ziel, die globale Ernährungssicherheit zu gewährleisten und zu den Klimazielen des Pariser Abkommens beizutragen.