Opportunities for deforestation-free supply chains through producer-consumer country partnerships
The 2022 Deforestation Regulation of the European Union marks a significant stride in combating deforestation within commodity supply chains. Nevertheless, the compliance requirements for traceability and transparency have left many policy makers and corporations in producer and importer countries in confusion. In the context of Brazil, two key exported commodities affected by this legislation are soy and cattle products, of which a substantial part reaches the borders of the EU.
Cattle and soy production in Brazil has been linked to deforestation and other natural ecosystem conversion, in particular in the Amazon and Cerrado biomes. Currently, achieving traceability and transparency in cattle and soy supply chains in Brazil presents challenges. This paper aims to highlight opportunities for producer-consumer country partnerships to advance the implementation of compliant traceability and transparency systems in Brazil.
The paper outlines the challenges faced by both sectors and emphasizes the role of private and public initiatives in bringing forward constructive solutions. This work reflects the discussions held in the Brazilian Coalition’s Traceability and Transparency taskforce, which works towards building a national traceability and transparency policy that could address the complexity of the productive sectors‘ supply chains, encompassing both cattle and soy.
Autorinnen
Isabella Freire
Cecília Korber Gonçalves
Paulien Denis



Die brasilianische Rindfleischproduktion war in der Vergangenheit mit einer enormen Umweltzerstörung verbunden und befindet sich nun am Scheideweg. Die Diskussionen über das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur erhöhen die Bedeutung der Nachhaltigkeit und Entwaldungsfreiheit in dieser landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.

Der Bio-Landbau und der Bio-Markt in Deutschland sind in den vergangenen 20 Jahren rasant gewachsen. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Bio-Fläche mehr als verdreifacht, der Einzelhandelsumsatz mehr als versiebenfacht. Der Bio-Anteil an der Fläche betrug 2022 11 %, der Einzelhandelsumsatz erreichte im Corona-Boom-Jahr 2021 mit 7 % seinen höchsten Anteil. Bei den Verkaufserlösen der Landwirtschaft erreichen die Bio-Landwirte einen Anteil von 7 %.

Brasilien formuliert eine eigenständige Agrarpolitik spätestens seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts, als Getulio Vargas das Dekret 29.803 von 1951 herausgab. Damals schon betonten die Gesetzgeber die ganze Breite der Zielstellungen der agrarpolitischen Entwicklung: die Stärkung landwirtschaftlichen Produktion und Produktivität, Stabilität der Versorgung, der Märkte und der Preise, die ein ausreichendes Einkommen für die Erzeuger, aber auch bezahlbare Lebensmittel für die Konsumenten garantieren sollten. Bis heute eine aktuelle Agenda!
Der vorliegende englischsprachige Beitrag von Camila Dias de Sá vom Think Tank INSPER Agro Global, Claudia Cheron König, Fundação José Luiz Egydio Setúbal sowie Niels Søndergaard, von der Universität von Brasília, zeigt den Stand der aktuellen wissenschaftlichen Debatte in Brasilien zur Produktion und Expansion der Soja und Initiativen, die den Marktakteuren eine höhere Verantwortung für soziale und Umweltfragen überträgt.
In Deutschland ist das Verständnis weit verbreitet, dass ein verminderter Fleischverzehr nötig ist, um nachhaltiger zu konsumieren, sich klimafreundlicher zu ernähren, das Tierwohl zu fördern und die Artenvielfalt zu erhalten.
Sojabohnen gehören zu den wichtigsten Eiweißquellen in der Tierernährung, besonders für Schweine und Geflügel. Die Erzeugung von Soja ist allerdings oft mit einem negativen Image verbunden und wird in Verbindung gebracht mit Entwaldung und dem Verlust an biologischer Vielfalt.