Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) im Widerspruch zum Waldschutz in Brasilien?
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) zielt darauf ab, die nachteiligen Auswirkungen von EU-Importen auf die globalen Wälder, den Klimawandel und die biologische Vielfalt ab dem 31. Dezember 2024 zu verringern. Sie schreibt eine Sorgfaltsprüfung für Produkte vor, die waldgefährdete Rohstoffe wie Rindfleisch, Kakao, Kaffee, Ölpalmen, Kautschuk, Soja und Holz enthalten, um sicherzustellen, dass sie nicht von kürzlich abgeholzten Flächen stammen.
Obwohl dies als bahnbrechend gefeiert wird, bestehen Bedenken hinsichtlich der hohen Kosten, die allen Marktteilnehmern, insbesondere den Kleinerzeugern, durch die Einhaltung der Vorschriften entstehen. Am Beispiel Brasiliens werden in diesem Kurzbericht plausible Szenarien erörtert, in denen die EUDR auch zu unbeabsichtigten und unerwünschten Auswirkungen auf die Wälder führen könnte.
Autorinnen und Autoren
Jan Börner – Institute for Food and Resource Economics, University of Bonn, Germany
Laila Berning – Chair of Forest and Environmental Policy, University of Freiburg, Germany
Daniel Braun – Center for Development Research, University of Bonn, Germany
Thomas Dietz – Institute of Political Science, University of Münster, Germany
Jochen Dürr – Center for Development Research, University of Bonn, Germany
Fernanda Martinelli – Institute for Food and Resource Economics, University of Bonn, Germany
Paulo Mortara-Batistic – Institute of Political Science, University of Münster, Germany
Felipe Nunes – Centro de Sensoriamento Remoto, Federal University of Minas Gerais, Brazil
Gustavo Magalhaes Oliveira – Institute for Food and Resource Economics, University of Bonn, Germany
Andrea Pacheco – Institute for Food and Resource Economics, University of Bonn, Germany
Britaldo Soares-Filho – Centro de Sensoriamento Remoto, Federal University of Minas Gerais, Brazil
Metodi Sotirov – Chair of Forest and Environmental Policy, University of Freiburg, Germany
Daniel Vargas – Escola de Economia de São Paulo, Fundação Getulio Vargas, Brazil
Rafaella Ziegert – Chair of Forest and Environmental Policy, University of Freiburg, Germany


Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung von Maßnahmen, die zur Verringerung und Beseitigung von Treibhausgasemissionen (Mitigation) und zur Anpassung an den Klimawandel führen, mit dem Ziel, die globale Ernährungssicherheit zu gewährleisten und zu den Klimazielen des Pariser Abkommens beizutragen.
Dieses Dokument bietet einen Überblick über die Agrarökologie in Brasilien, von ihren historischen und konzeptionellen Grundlagen bis hin zu den neuesten Techniken und Technologien.

Dieser Artikel beschreibt die Umsetzung von unternehmerischen Sorgfaltspflichtinitiativen in der Europäische Union (EU) und bezieht dabei auch aktuelle wissenschaftliche und politische Diskussionen ein.
Dieses Jahr, am 30. Dezember, tritt die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) in Kraft. Ziel dieser Verordnung ist die Sicherstellung entwaldungsfreier Lieferketten für landwirtschaftliche Produkte, die sich in der Vergangenheit als starke Treiber der globalen Entwaldung erwiesen haben. Im Einzelnen erstreckt sich die Regulierung auf die Bereiche Soja, Palmöl, Gummi, Kakao, Kaffee, Rinderzucht und Holzgewinnung. Unmittelbar betroffen von der EUDR sind Unternehmen mit Sitz in der Europäischen Union (EU), wenn sie eines der genannten Produkte in den Verkehr des EU-Binnenmarktes bringen. Im Kern verpflichtet die EUDR diese „Inverkehrbringer“ dazu, ihre Transaktionen im Vorfeld zu registrieren sowie eine umfangreiche Sorgfaltspflichterklärung abzugeben. Zentraler Bestandteil der Sorgfaltspflichten sind Angaben zum genauen Produktionsort der in den Markt gebrachten landwirtschaftlichen Erzeugnisse basierend auf satellitengestützten Geolokationsdaten.
The 2022 Deforestation Regulation of the European Union marks a significant stride in combating deforestation within commodity supply chains. Nevertheless, the compliance requirements for traceability and transparency have left many policy makers and corporations in producer and importer countries in confusion. In the context of Brazil, two key exported commodities affected by this legislation are soy and cattle products, of which a substantial part reaches the borders of the EU.
Jorge Sellare, Fernanda Martinelli und Jan Börner vom Zentrum für Entwicklungsforschung, ZEF der Universität Bonn präsentieren in diesem Artikel die Bedeutung von Bioökonomie-Innovationen für die Transformation der Ernährungssysteme wie sie der sog. Food Systems Summit vorgeschlagen hat.
Brasilien gehört weltweit zu den führenden Ländern bei der Produktion und dem Einsatz von Bio-Inputs in der Landwirtschaft. Die Entwicklung neuer Produkte biologischen Ursprungs ist ein wachsender Trend auf dem brasilianischen Markt. In dem Maße, wie die Produktion voranschreitet und Bio-Inputs in die Landwirtschaft integriert werden, profitiert das Land wirtschaftlich und ökologisch. Doch die Verbreitung von Bio-Inputs gibt auch Anlass zur Sorge.
